(Bad Honnef/Köln/Nürnberg, 19. Januar 2012) Neuer Zwist zwischen hrs.de und HDV: Kurz vor der Bekanntgabe der Provisionserhöhung fragte HRS-Geschäftsführer Tobias Ragge bei der 1 um Intensivierung der Zusammenarbeit. Als dann Ragge die aktuelle Preiserhöhung ausgerechnet mit den Ergebnissen der jüngsten HDV-Umfrage begründete, zeigte sich HDV-Vorsitzender Alexander Aisenbrey „irritiert“.
Die Reaktion folgt prompt: „Für mich zeigt der Vorfall, dass die Hotellerie eine gemeinsame Strategie zum Umgang mit Buchungsportalen finden muss. „Die Zeit ist gekommen, wirksame Maßnahmen zu finden, um den Direktvertrieb zu stärken.“
„Einerseits freuen wir uns ja, wenn ein Branchenschwergewicht wie hrs.de unsere Zahlen als Grundlage für seine Marketing-Strategie heranzieht“, so Aisenbrey. „Allerdings wundere ich mich, wenn unsere Ergebnisse plötzlich in ein völlig schiefes Licht gerückt werden.“ Dass der per Umfrage ermittelte Marktdurchschnitt dabei von hrs.de „großzügig“ von 14,85 Prozent auf 15 Prozent aufgerundet wurde, spiele dabei noch eine untergeordnete Rolle. „Ziel der Umfrage war, der Öffentlichkeit die fragwürdige Preispolitik namhafter Buchungsportale vor Augen zu führen. Es hatte sich gezeigt, dass die Kommissionen bei einzelnen Anbietern um mehr als 20 Prozent auseinanderklaffen“, so Aisenbrey.
Auch bei hrs.de hätten sich Differenzen gezeigt. Zwischen 10 und 15 Prozent Kommission mussten in der Vergangenheit für die Onlinevermittlung an den Branchenriesen bezahlt werden. Der Durchschnittswert betrug damals 12,82 Prozent. Aisenbrey: „Diese Umfrage als Hebel für eine Preiserhöhung im Sinne einer so genannten Gleichstellung aller Verhandlungspartner zu nutzen, halte ich für einen mehr als fragwürdigen Schachzug. Mit der gleichen Begründung könnten alle Portale die Kommission gleichmäßig auf das bisherige Niveau des führenden Anbieters hrs.de senken. Hier stellt sich die Frage, ob unsere Umfrage benutzt wird, um weiteren Zwist innerhalb der Hotellerie hervorzurufen?“
Zum 1. März wollen hrs.de und die Tochterportale hotel.de sowie tiscover.com die Standardprovisionen für individuelle Hotelbuchungen auf 15 Prozent erhöhen. Immer mehr Hoteliers rufen nun zu Widerstand auf. Der Vorschlag eines namhaften Hoteliers nach einer „1“ findet offenbar Widerhall. „Das wäre ja schon eine gute Maßnahme, um zu zeigen, dass wir doch auch Herr im eigenen Hause sind. Allerdings müsste dies mit entsprechenden Mediendruck öffentlich gemacht werden“, schrieb ein anderer Hotelier (alle der Redaktion bekannt) bei “hottelling”.
Ein weiterer Hotelier will die Zusammenarbeit mit hrs.de kündigen: „Provisionen über acht Prozent sind für die Dienstleistung mehr als ausreichend! Ich werde die Zusammenarbeit jedenfalls im Falle der Provissionserhöhung beenden.“
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