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  • Neue RTL-Show für Hotelkritiker Heinz Horrmann

    Quelle: 1, 15. Januar 2008
    Er ist Autor, Buchautor und der Papst unter den Hotelkritikern: Heinz Horrmann. Zuletzt bewertete der passionierte Hobbygolfer an der Seite von Gourmet Reiner Calmund die Leistungen von Spitzenköchen und Amateuren in der erfolgreichen TV-Show “Kocharena” auf dem Sender Vox. Weil die Sendung so viele Zuschauer begeisterte, werden demnächst die dritte und vierte Staffel produziert. Ende Februar startet dann eine weitere, originelle TV-Sendung mit Horrmann. In “Der Hotelinspektor” (läuft auf RTL) wird der renommierte Kritiker private Top-Herbergen genauer unter die Lupe nehmen. Wir dürfen gespannt sein …

  • Abu Dhabi sucht Anschluss an Dubais Tourismuserfolge

    Quelle: bfai, Januar 2008
    Zahlreiche neue Hotels geplant / Lieferchancen für Qualitätsausrüster

    Nach den Tourismuserfolgen Dubais wollen auch die anderen Emirate in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) ein Stück vom internationalen Tourismuskuchen – allen voran die Landeshauptstadt Abu Dhabi. Mit massiven Hotel- und Infrastrukturinvestitionen sollen die Voraussetzungen geschaffen werden. Zielgruppe sind besserverdienende Touristen und Geschäftsleute von der arabischen Halbinsel, aus Asien und Europa. Angesichts deren gehobener Ansprüche dürften sich deutschen Hotelausrüstern interessante Lieferchancen bieten.
    Im Jahr 2007 konnte Abu Dhabi eine der weltweit höchsten Zuwächse bei den Touristenankünften verbuchen: um 16% auf 1,37 Mio. Die Zahl wäre noch höher ausgefallen, wenn es genug Hotelbetten gegeben hätte, sagt Mubarak Hamad Al Muhairi, Chef der Abu Dhabi Tourism Authority (ADTA). Für 2008 rechnet seine Behörde mit 1,58 Mio. Besuchern und für 2015 mit der doppelten Zahl.
    Dem stehen bislang lediglich 10.000 Hotelbetten gegenüber. Mit einer spürbaren Kapazitätserweiterung ist jedoch begonnen worden. Schon 2008 stünden 13.500 Betten zur Verfügung, glaubt ADTA, für 2010 liege die Planzahl bei 16.800 und für 2015 bei 24.400. Die Menge der 2006 verkauften Hotelnächte beziffert Al Muhairi auf 2,8 Mio., was angesichts der gut halb so großen Besucherzahl nicht gerade viel ist, den Hotelsektor aber dennoch an seine Kapazitätsgrenzen geführt hat. Abu Dhabi brauche deshalb kurzfristig mindestens 30 neue Hotels, sagt der ADTA-Chef. Privaten Anlegern hilft die Behörde mit einer eigenen Gesellschaft, der Tourism Development and Investment Company, die sich an Projekten mit Risikokapital beteiligt.
    Der Beitrag des Tourismussektors zum BIP von Abu Dhabi lag 2006 bei 2,9% beziehungsweise 8,68 Mrd. Dirham (100 Dh = 18,48 Euro) – für die Volkswirtschaft ein eher marginaler Betrag. Große Bedeutung hat die Entwicklung allerdings im Hinblick auf die eines Tages zu Ende gehenden Ölvorräte, einem Sektor, dem Abu Dhabi 2006 noch rund 93% seines BIPs verdankte. Gemessen an dieser Zahl ist der Tourismus immerhin ein wichtiger Anfang zur Entwicklung einer Nicht-Öl-Volkswirtschaft.
    Die Einnahmen der Hotels beziffert die ADTA für 2006 auf 1,8 Mrd. Dh., im Vergleich zu 0,7 Mrd. 1997. Wie am Golf üblich konzentriert sich zwei Drittel des Geschäft auf Fünf-Sterne-Hotels, während Vier-Sterne-Herbergen 2006 mit 16% der Einnahmen folgten.
    Nach Einschätzung von Al Muhairi wächst der Tourismus im Mittleren Osten im Durchschnitt mit 3,9% pro Jahr nur etwas langsamer als der weltweite mit 4,1%. Herausragende Ausnahmen seinen dabei jedoch Dubai und Abu Dhabi mit ihren zweistelligen Zuwächsen. In Bezug auf die derzeitigen und geplanten Sektor-Investitionen sieht Al Muhairi die VAE weit vorne, gefolgt von Katar.
    Die mit Abstand größten Besuchergruppen in Abu Dhabi waren 2006 Briten mit 8,8% und Deutsche mit 8,0%, gefolgt von US-Amerikanern (1,9%), Russen (1,2%), Italienern, Japanern, Österreichern, Belgiern und Niederländern.
    Die VAE mögen ein eigenes Staatsgebilde sein, in ihrer Politik verfolgen die verschiedenen Emirate oft Eigeninteressen. Starken öffentlichen Strukturen auf Emirats-Ebene stehen schwache des Gesamtstaats gegenüber. Von einer gemeinsamen Tourismuspolitik kann deshalb keine Rede sein, schon eher von gegenseitiger Konkurrenz. Geschäftsleute und Unternehmen, die mit den Emiraten zu tun haben, sollten dies berücksichtigen und auf entsprechende Empfindlichkeiten Rücksicht nehmen. So sind zwischen den einzelnen Emiraten gezogene Vergleiche unbeliebt. Gerne gesehen wird dagegen, wenn ein Besucher im Emirat seiner Gesprächspartner absteigt, statt – wie das Gros der Geschäftsreisenden – von Dubai per Stippvisite seine Besuche zu machen.
    Tourismus-Vorhaben der einzelnen Emirate
    Abu Dhabi: Geplant sind Investitionen in Höhe von 136 Mrd. $, um die Zahl der Touristenankünfte bis 2015 auf 3 Mio. zu steigern. Beobachter glauben, dass schon bis 2010 rund 40 neue Hotels gebaut werden. Der Gesamtwert der in Abu Dhabi derzeit beschlossenen, geplanten und angedachten Projekte beläuft sich nach Schätzungen auf etwa 1 Billion $.
    Dubai: Das schon seit längeren boomende Emirat hat weit höher gesteckte Ziele als die Hauptstadt: Schon in wenigen Jahren sollen ein Fünftel des BIP mit dem Fremdenverkehr erwirtschaftet werden und 15 Mio. Besucher kommen. Noch 2008 kann der Burj Dubai, der höchste Wolkenkratzer der Welt, betreten werden, ein Jahr später die künstliche Insel Palm und 2010 das World-Projekt – 300 neu geschaffene Inseln, die zusammen aus der Luft das Bild einer Erdkarte abgeben. Bis 2010 werden für den erwarteten Besucheransturm 80.000 neue Hotelbetten eingerichtet.
    Fujairah: Der kleine Bruder mit einer Küstenlinie am Indischen Ozean investiert derzeit 3 Mrd. $ binnen fünf Jahren, um mehr Besucher anzulocken. Vorzeigeprojekte sind das Radisson Al Aqah Beach Resort und der Fujairah Paradise Tourismus- und Wohnkomplex.
    Ras Al Kaimah: Geplant sind Industrie- und Freizeitinvestitionen in einer Größenordnung von 50 Mrd. $, um die Zahl von Geschäfts- und Fremdenverkehrsreisenden bis 2010 auf 100.000 zu vervierfachen. Schlüsselvorhaben ist der 3 Mrd. $ teure Al Marjan-Inselkomplex mit Hotel, Marina und Luxusvillen.
    Sharjah: Für 18 Mrd. $ wird an einem Al-Nuojoon-Island-Projekt gebaut, das Hotels, ein Einkaufzentrum, Wohnungen und einen Golfplatz beherbergen wird.
    Umm Al Quwain: Eine 3,3 Mrd. $ teure Umm-Al-Quwain-Marina soll einmal 80.000 Wohnungen, mehrere Boutique-Hotels und Freizeitanlagen rund um eine Yachthafen-Landschaft bieten.
    Ajman: Das Emirat will im Rahmen eines 10-jährigen Investmentprogrammes die touristische Infrastruktur stärken und eine Bahnverbindung nach Dubai schaffen. Zu den antizipierten Großprojekten gehört auch eine 2 Mrd. $ teure Marina.
    Anerkanntes Tourismusziel
    Mit den angestrebten Projekten können sich die VAE auch in Zukunft einer großen Medienaufmerksamkeit sicher sein – einer wichtigen Voraussetzung für ein expandierendes Tourismusgeschäft. In dem kürzlich zum dritten Mal vorgelegten “Country Brand Index” der in New York firmierenden Beratungsgesellschaft Future Brands rangieren die VAE auf dem ersten Platz in der Kategorie “Resort and Lodging Options”.
    In keinem anderen Land der Welt gebe es eine so attraktive Auswahl unterschiedlicher Spitzenherbergen wie in den VAE, von Familienhotel bis zum (selbsternannten) 7-Sterne-Hotel, heißt es. Auf den folgenden Plätzen landeten die Malediven, Australien, Tahiti, Kanada, die USA und die Bahamas. In der Kategorie “Fine Dining” erreichten die VAE immerhin den siebten Platz, hinter Frankreich, Italien, Singapur, Japan, den USA und Großbritannien. Auch in der Bewertung der Konferenzmöglichkeiten erhielten die VAE mit Platz fünf ein hervorragendes Votum – nach den USA, der Schweiz, Deutschland und Singapur.
    Teure Qualitäten gefragt
    Für deutsche Unternehmen ergeben sich grundsätzlich Beteiligungs- und Lieferchancen bei den Bauvorhaben sowie bei der Ausrüstung von Hotels und Gaststätten. Während die Bauten sowohl von der Architektenleistung, der Konstruktions- und Bauqualität, der Verarbeitung, der Raumaufteilung als auch den Servicebereichen außerhalb der Blickweite eines Gastes aus westeuropäischer Sicht mitunter zu wünschen übrig lassen, sind Lobby, Speiseräume, Bars und Zimmer meist von ausgesuchter Qualität. Teure Designermöbel, originale Gemälde und nummerierte Lithographien an den Wänden – mit der Ausstattung wird nicht gekleckert. Wenngleich viele Objekte am westeuropäischen Geschmack vorbeigehen, oft überladen, übertrieben, kitschig oder voller Stilbrüche daherkommen, teuer und importiert sind sie allemal.
    In den Küchen geht es technisch nüchtern zu. Namhafte Häuser beschäftigen westliche Chefköche, die Wert auf eine Topausstattung legen. In den Spitzenrestaurant haben auch hochpreisiges westeuropäisches Porzellan und Markenbesteck eine Chance, während in den Zimmern der Qualität von Matratzen und Bettwäsche große Aufmerksamkeit geschenkt wird. (M.B.)

  • Kuba baut Tourismusinfrastruktur aus

    Quelle: bfai, Januar 2008
    Bis 2010 sind 30 neue Hotels geplant / Ausländische Interessenten für Gemeinschaftsunternehmen gesucht
    Auf Kuba wurden Anfang 2008 Pläne zum Bau von 30 Hotels bekannt. Die Kapazität im Fremdenverkehr soll bis 2010 um 10.000 Betten aufgestockt werden. Davon entstehen allein in der Hauptstadt Havanna Häuser mit 1.000 Betten. Zusammen mit dem Bade- und Ferienort Varadero erwirtschaftet Havanna als Standort 70% der Tourismuseinnahmen von insgesamt 2,4 Mrd. US$. Der Bedarf an Innenausstattungen und Möbeln, Sanitärtechnik, Klär- und Wasseraufbereitungsanlagen etc. steigt durch diese Baumaßnahmen enorm an.
    Begleitet werden diese Erweiterungsvorhaben von der Gründung und Vermarktung der Hotellkette E sowie von längst überfälligen Renovierungsmaßnahmen in bestehenden Einheiten. In jüngster Vergangenheit wurde zunehmend kritisiert, dass die Betreiber von Hotels zu wenig in den Erhalt ihrer Anlagen investierten, was auf Kosten der Qualität und regionalen Wettbewerbsfähigkeit der Häuser gehe. Dies soll sich nun schrittweise ändern.
    Der Rückgang des Besucherverkehrs 2006 (2,2 Mio. Touristen, nach 2,3 Mio. im Vorjahr) und Anfang 2007 war ein erstes Warnsignal, das bei den Verantwortlichen sichtbar Wirkung hinterließ. Nicht umsonst wurde im Oktober ein Konsultativorgan, Observatorio Turístico, geschaffen, das unmittelbar dem Tourismusministerium (Mintur) untersteht. Diese Arbeitseinheit wird künftig neueste Trends im Fremdenverkehr erforschen sowie Projekte und Strategien entwickeln. Einer Revision wurde zudem die Tourismuswerbung im Ausland unterzogen, die auf ein Minimum zusammen gestrichen war und kaum noch Erfolg zeigte.
    Ausgebaut werden neben den Hotels die Kapazitäten für den Tauch- und Segelsport sowie zum Golfspielen. So sind zehn Golfanlagen geplant, zwei davon in Havanna. Erwogen wird ebenfalls der Bau neuer Anlagestellen für Sportboote und Segelschiffe, sogenannte Marinas. Damit will man Urlaubern auf der Antilleninsel einen höheren Freizeitwert garantieren und in höhere Preissegmente vorstoßen.
    Bislang stehen für ausländische Touristen 46.000 Hotelzimmer in 307 Einrichtungen zur Verfügung, fast ein Viertel davon in Havanna. Dort entstehen demnächst vier Fünf-Sterne-Hotels, die durch Unternehmen mit ausländischer Beteiligung errichtet werden. Zwei weitere Projekte (jeweils an der Uferstraße Malecon und am hauptstädtischen Badestrand Playas del Este) werden derzeit mit potenziellen Investoren verhandelt.
    Mit 300.000 Beschäftigten gehört der Tourismus zu den wichtigsten Wirtschaftsbranchen des Inselstaates. Von den jährlich etwa 2 Mio. ausländischen Besuchern stammen allein 0,6 Mio. aus Kanada, gefolgt von Italien, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Mexiko und Deutschland. Zu den künftig stärker frequentierten Herkunftsländern für Touristen zählen Russland, Venezuela und die VR China.
    Zwischen der venezolanischen Venetur und der kubanischen Cubanacan wurde ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet, das sich ebenfalls im Hotelbau auf der Antilleninsel engagieren will. Ein erstes Projekt wird der Bau eines Vier-Sterne-Ressorts in Cayo Paredón Grande, im Norden der Provinz Ciego de Avila sein. Venezuela möchte künftig bis zu 100.000 Touristen pro Jahr nach Kuba schicken.
    Weitere Badeorte werden im Osten (unter anderem Santiago de Cuba) sowie im Süden (Cienfuegos) ausgebaut. In Cienfuegos wird geprüft, ob ein Hotel in einem der historischen Gebäude der Altstadt sowie eine Marina an der nahen Karibikküste eingerichtet werden kann.
    Eine aufstrebende Entwicklung nimmt derzeit der Gesundheits- und Wellnesstourismus, insbesondere zur Stärkung der physischen und psychischen Gesundheit, zur Überwindung der Drogenabhängigkeit und des Alkoholismus, zur Korrektur des Augenlichts und zur Verbesserung der Lebensqualität. Neben dem devisenträchtigen Einsatz kubanischer Mediziner im Ausland zählt die Behandlung ausländischer Patienten auf Kuba zu den wachsenden Dienstleistungssektoren.
    Als eine wichtige Tourismusmesse ist die Feria Internacional de Turismo, FITCUBA, anzusehen. Die 13. Ausgabe dieser Fachausstellung findet vom 5. bis 9.5.08 in Havanna statt. Interessenten wenden sich an das zuständige Tourismusministerium (Fr. Aleida Castellanos Abdala, Tel.: 00537/836 32 45, E-Mail: dircomunicacion@mintur.tur.cu). Eine speziell auf Natur- beziehungsweise Ökotourismus ausgelegte Fachveranstaltung ist die TURNAT, die in zwei Jahren vom 14. bis 18.9.09 in Ciénaga de Zapata abgehalten wird. Veranstalter ist ebenfalls das Tourismusministerium.

  • Kaffeehausketten expandieren in Polen

    Quelle: bfai, Januar 2008
    Polnische Ausgaben für Gastronomie im europäischem Vergleich noch eher gering

    Der Kaffeegenuss erfreut sich in Polen, einem Land traditioneller Teetrinker, zunehmender Beliebtheit. Der Wert des Kaffee-Marktes wird bereits auf bis zu 1,5 Mrd. Zl (rund 417 Mio. Euro, 1 Euro = 3,60 Zl) veranschlagt und wächst mit zweistelligen Wachstumsraten. Der Erdöl-Konzern Orlen will daher auch bei den mehreren Hundert eigenen Tankstellen Bistro-Bars mit der Bezeichnung “Stop Cafe” einrichten. North Coast will zusammen mit der exklusiven italienischen Kaffeemarke Illy Cafes gründen. Das eröffnet auch deutschen Firmen Zulieferchancen.
    Die ersten sechs Bistro-Bars “Stop Cafe” will Orlen kurzfristig als Pilotobjekte in bei seinen Tankstellen bestehenden Geschäften einrichten. Sie werden je zwischen 50.000 Zl und 100.000 Zl (circa 14.000 Euro bis 28.000 Euro, 1 Euro = 3,60 Zl) kosten. Zu Orlen gehören bisher 770 Stationen; das Netz wird noch ausgebaut. Vorgesehen ist, dass alle Tankstellen eine Kaffee-Bar erhalten. In Litauen, wo Orlen Tankstellen der Firma Ventus übernomnen hat, gibt es bei diesen bereits Stop Cafes. Bei den polnischen Stationen von Orlen der Marke “Bliska” sind schon Kaffeemaschinen in Betrieb.
    Vorreiter bei der Einrichtung von Gastronomiestellen bei Tankstellen in Polen ist die britische Kette Wild Bean Cafe, die sich bei BP-Stationen ansiedelt. Etwa die Hälfte der insgesamt 212 BP-Tankstellen in Polen ist bereits ausgestattet. Auch der norwegische Statoil-Konzern stellte in seinen Tankstellen kürzlich Kaffee-Automaten auf. An die 7.000 Tankstellen vertreiben inzwischen auch branchenfremde Produkte. Die Gesamtheit der Stationen erwirtschaftet damit etwa die Hälfte ihres Umsatzes.
    Der Kaffeegenuss erfreut sich in dem traditionellen Land von Teetrinkern zunehmender Beliebtheit. Branchenkenner schätzen den Wert des Kaffee-Marktes auf 1,2 Mrd. bis 1,5 Mrd. Zl im Jahr (rund 417 Mio. Euro, 1 Euro = 3,60 Zl). Im Laufe der vergangenen zehn Jahre versechsfachte er sich. Die Wachstumsraten betragen etwa 20 bis 40%. Eine gute Nachricht für die Betreiber ist, dass die Mehrwertsteuer für Gastronomieleistungen nun doch nicht ab Anfang 2008 auf 22% angehoben wurde, sondern der ermäßigte Satz von 7% laut Beschluss der EU-Finanzminister bis Ende 2010 bestehen bleiben darf.
    Bisher gibt es in Polen rund 2.500 Cafés, von denen über 200 einer Kette angehören. Im Laufe von 2007 war ihre Zahl um 30% gestiegen. Das Segment der Kaffee-Bars ist das am schnellsten wachsende des polnischen Gastronomiesektors. Die bestehenden Ketten wollen weiter expandieren, und neue Betreiber treten auf den polnischen Markt. Das eröffnet auch deutschen Anbietern von einschlägigen Gastronomieausstattungen neue Lieferchancen.
    Die börsennotierte Gesellschaft North Coast plant, in Kooperation mit der exklusiven italienischen Marke Illy Cafes zu eröffnen. Die ersten Lokale mit der Bezeichnung “Espressamente Illy” sollen im Frühjahr 2008 in Warschau und Krakow (Krakau) eingerichtet werden.
    Die US-amerikanische Kette Starbucks will 2008 damit beginnen, Kaffee-Bars in Polen zu eröffnen und mittelfristig dort 100 solche Stellen betreiben. Zu diesem Zweck unterzeichnete sie mit der an der Warschauer Börse notierten Gesellschaft Am Rest eine Vereinbarung. Starbucks will sich auch in der Tschechischen Republik und in Ungarn etablieren; die Kette eröffnet ihr erstes Cafe in diesen drei Ländern im Januar 2008 in Prag.
    Die bereits in Südpolen mit zwölf Lokalen präsente britische Kette Costa Coffee will die Zahl ihrer eCoffees landesweit 2008 auf über 30 steigern und Ende 2009 bereits über 54 davon in Städten mit mindestens 150.000 Einwohnern betreiben. Im Jahr 2011 sollen es schon gut 100 sein. Diese Zahl will ihr Konkurrent, der Pressevertrieb Ruch, bereits 2009 mit seiner Kette “i coffee” erreichen, in der er seinen Kunden kostenlos Medien und einen Internet-Zugang bereitstellt. Die ersten beiden i coffees eröffnete Ruch im November 2007 in Warschau und Wroclaw (Breslau).
    Nescafe will 2008 die Zahl ihrer Cafés auf mindestens 45 steigern, indem die Kette sieben oder acht weitere einrichtet. Auch die Ketten Mercer’s und Marktführer Coffeeheaven expandieren weiter. Neue attraktive Lagen bieten ihnen die zahlreichen Einkaufszentren und Handelsgalerien, die nun verstärkt in mittleren Städten gebaut werden. Daneben gibt es erfolgreiche Einzelinitiativen wie die des Unternehmers Marcin Malenczyk, der zwei Lokale “Cafe Karma” in Warschau und Berlin betreibt.
    Im Jahr 2006 waren die Pro-Kopf-Ausgaben der Polen für gastronomische Leistungen mit 131 Euro im europäischen Vergleich eher gering. Spitzenreiter waren hier laut Horizons for Success (HfS) die Franzosen mit 901 Euro vor den Spaniern mit 806 Euro, den Deutschen mit 775 Euro und anderen. Das Consulting-Unternehmen für den Sektor erwartet aber künftig kräftige Wachstumsraten in Zentraleuropa.
    In Polen haben die Umsätze mit fast food einschließl. in Kaffee-Bars einen Anteil von etwa einem Drittel am Gastronomiemarkt im Wert von insgesamt 18,2 Mrd. Zl (Stand: 2006). Euromonitor International gibt den Zuwachs 2007 mit knapp 3% an und erwartet für 2008 ein Plus von 7%. Gleichzeitig werden herkömmliche Restaurants mit Bedienung verstärkt aufgesucht, deren Zahl sich bis Ende September 2007 laut dem Hauptstatistikamt GUS um ein Viertel gegenüber Ende 2006 auf rund 12.500 erhöhte.
    Von dem steigenden Kaffee-Konsum profitieren auch die Hersteller davon. Marktführer in Polen ist Kraft Foods Polska mit einem wertmäßigen Anteil von 28% vor Nestle (18%), Tchibo (17%) und Übrigen (37%). Dabei ist das Wachstumspotenzial noch groß, denn der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch betrug 2006 erst rund 2,3 kg; in skandinavischen Ländern erreicht er bis zu 15 kg. Auf löslichen Kaffee entfällt derzeit in Polen ein Marktanteil von 50%, auf gemahlene und ungemahlene Bohnen von 48% und auf Getreideerzeugnisse von 2%.
    Nachfrage nach Kaffee in Polen

    Juli 2005 bis Juni 2006 Juli 2006 bis Juni 2007
    Umsatz (in Mio. Zl) 2.334,1 2.497,5
    Absatz (in Mio. kg) 75,0 76,5
    Quelle: Marktforscher MEMRB

    Der bedeutende polnische Hersteller von Cappuccino, Kaffee und Tee Mokate, der bereits in anderen mittel- und osteuropäischen Ländern präsent ist, strebt nun weiter in südliche Richtung. Mit der kroatischen Firma Alba unterzeichnete er eine Lizenzvereinbarung, und im Oktober 2007 nahm diese ihre Produktionstätigkeit in der Sonderwirtschaftszone bei Zagreb auf. Für 2007 erwartet Mokate eine Umsatzsteigerung auf 405 Mio. Zl mit einem Exportanteil von 35%.
    Am polnischen Markt für Tee hielt Mokate laut den Marktforschern MEMRB und Nielsen von Juli 2006 bis Juni 2007 einen Anteil von 6,3%. Um diesen noch zu steigern, will Mokate die Kapazitäten in seiner Fabrik in Ustron weiter ausbauen und Teehersteller im In- und Ausland übernehmen. In diesem Segment führte in Polen der Unilever-Konzern deutlich mit seinen Marken Lipton und Saga, der einen Zuwachs um gut 13% verzeichnete und einen Marktanteil von 38,0% hält.
    Unilever nahm 2007 eine neue Fabrik zur Konfektionierung von Tee in Katowice (Kattowitz) in Betrieb, die rund 60 Mio. Zl gekostet hatte. Mit deutlichem Abstand folgten Premium Foods mit einem Marktanteil von 10,8% und Herbapol Lublin mit 9,0%. Den fünften Platz hinter Mokate belegte Posti mit 4,5% vor Übrigen mit 31,4%. Noch dominiert schwarzer Tee den Markt; im Kommen sind aber Früchte-, Kräuter- und funktionelle Teesorten. Euromonitor International schätzt, dass die Verkäufe von Tee 2007 bei über 1,8 Mrd. Zl lagen und weiter steigen werden.
    Nachfrage nach Tee 
    Juli 2005 bis Juni 2006 Juli 2006 bis Juni 2007
    Umsatz (in Mio. Zl) 994,6 1.163,7
    Absatz (in Mio. kg) 25,3 28,3
    Quelle: Marktforscher MEMRB und Nielsen

  • Griechenland investiert verstärkt in Tourismus

    Quelle: bfai
    Hotelbranche setzt auf Qualität / Golftourismus steckt noch in den Kinderschuhen
    Sowohl die Einnahmen der griechischen Tourismusbranche als auch die Investitionen in diesen überaus wichtigen Markt sind 2006 deutlich gestiegen – ein Trend der sich 2007 fortgesetzt haben dürfte und auch 2008 anhalten soll. Gleichzeitig hat die Politik erste Maßnahmen ergriffen, um insbesondere einnahmestarke Tourismussparten, wie Golf-Resorts, zu fördern. Trotz der lukrativen Zuschüsse, die das Entwicklungsförderungsgesetz für solche Engagements vorsieht, bleibt der große Durchbruch auf diesem Gebiet weiterhin aus.
    Nach Schätzungen des Welttourismusrats (World Travel and Tourism Council – WTTC) trug die griechische Tourismusbranche 2007 rund 7,4% zum Bruttoinlandsprodukt bei, und der Anteil an der Gesamtbeschäftigung war mit 20% ebenfalls als hoch zu bewerten. Das Potenzial der Branche wird jedoch noch nicht voll genutzt, da die Qualität der angebotenen Leistungen verbesserungswürdig ist. Seit 2004 hat sich die Branche die Qualitätsverbesserung auf die Fahnen geschrieben. Damals hatte vor allem die Hotelbranche erkennen müssen, dass trotz der Olympiade das erwartete Wachstum aufgrund der vorhandenen Leistungsdefizite ausblieb: Mit 55,6% im Jahresdurchschnitt war der Belegungsanteil der niedrigste im Zeitraum 1994 bis 2006 (2006: 59,8%, 2000: 65%).
    Investitionen in die griechische Hotelbranche wurden in den vergangenen Jahren insbesondere durch das Entwicklungsförderungsgesetz 3299/04 (vormals 2601/98) bezuschusst. Nach Angaben der Griechischen Fremdenverkehrszentrale (EOT) wurden 1.362 Businesspläne mit einem Investitionsvolumen von insgesamt rund 1,8 Mrd. Euro bei den zuständigen staatlichen Stellen zwischen 1998 und 2006 eingereicht. Mehr als die Hälfte aller Anträge beziehungsweise 58% des Investitionswertes betraf die Modernisierung von Hotelanlagen, 10% die Umwandlung von denkmalgeschützten Gebäuden in touristische Unterkünfte und rund 20% die Erweiterung vorhandener Hotelanlagen.
    Investitionen der griechischen Hotelbranche von Mai 1998 bis Oktober 2006

    Projektkategorie Anzahl der Projekte Investitionsvolumen in Mio. Euro
    Modernisierung von Hotelanlagen 883 1.031,0
    Umwandlung von denkmalgeschützten Gebäuden zu Hotelanlagen 298 180,5
    Errichtung und Erweiterung von Hotelanlagen 152 362,9
    Sonstige Vorhaben (Campingplätze, Infrastruktur etc.) 29 217,2
    Gesamt 1.362 1.791,6

    Quelle: Griechische Fremdenverkehrszentrale EOT
    Die Investitionen in den Tourismus 2006 werden auf über 6 Mrd. Euro geschätzt. Damit belief sich ihr Anteil an Griechenlands Gesamtinvestitionen auf 14,3%, während sich dieser Anteil weltweit auf rund 9% einpendelte. Somit belegte Griechenland den 56. Rang in einem Vergleich zwischen 174 Ländern. Allerdings sei angemerkt, dass einige benachbarte Länder, die im direkten Wettbewerb zu Griechenland stehen, etwa die Türkei, einen besseren Rang belegten.
    Längst erkannt haben die verantwortlichen Politiker, dass einnahmestarke Tourismussparten, wie etwa Golf-Anlagen, in Griechenland noch zu wenig vertreten sind. Die bisherigen Bemühungen vermochten noch keine beeindruckenden Ergebnisse zu erzielen. Dennoch gehen Analysten nach wie vor davon aus, dass gerade diese Sparten ausländischen Investoren hervorragende Einstiegschancen bieten. Zumal das Entwicklungsförderungsgesetz großzügige Vergünstigungen verspricht: Zuschüsse bis zu 50% der Gesamtinvestitionssumme oder bis zu 100% Steuerfreiheit für einen Zeitraum von zwei Jahren sind möglich, je nach Standort des Projekts.
    Insbesondere die südliche Hälfte Griechenlands eignet sich bestens für den ganzjährigen Golf-Tourismus. Als ein erster Erfolg auf diesem Gebiet wird das 2-Mrd.-Euro-Projekt “Atalanti” gewertet, das sich in der Planungsphase befindet. Zwei Faktoren erschweren interessierten Investoren die Umsetzung solcher Vorhaben: Zum einen verfügt Griechenland nicht mehr über allzu viele große und zusammenhängende Grundstücke, um Golfplätze innerhalb von integrierten Resorts anzubieten. Zum anderen sind die bereits errichteter Anlagen, die nunmehr aufgrund von Wassermangel nicht genutzt werden, ein abschreckendes Beispiel. Allerdings sollte sich Bewässerungsmethoden, die sich im Ausland bereits bewährt haben, auch in Griechenland umsetzen lassen.
    Angetrieben von dem Trend zu höherer Qualität und den vom Gesetzgeber geschaffenen Anreizen geht der WTTC davon aus, dass 2016 über 12 Mrd. Euro pro Jahr in der griechischen Tourismusbranche investiert werden. Die wachsende Investitionsbereitschaft wird, so hoffen Experten, auch kleine und mittelständische Anbieter dazu veranlassen, Maßnahmen zur Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit einzuleiten.
    Die griechische Tourismusbranche nahm 2006 rund 18,6 Mrd. Euro ein, die ausschließlich auf den Besuch von insgesamt rund 15 Mio. ausländischen Gästen zurückzuführen sind; im Vergleich zum Vorjahr stellt dies einen Anstieg um 2,9% dar. Damit war Griechenland nach Angaben der Welttourismusorganisation (UNWTO) im Tourismus auf Rang zwölf der einnahmestärksten Ländern der Welt, ist aber trotz des Einnahmeanstiegs gegenüber 2005 einen Rang gesunken. Für 2007 gehen Beobachter von rund 7% Mehreinnahmen aus.
    Nach Angaben der Griechischen Hotelkammer (Hellenic Chamber of Hotels – XEE) wurden Ende 2006 landesweit 9.111 Hotels betrieben (1990: 6.423). Davon waren 49% Zwei-Sterne-Hotels, 20% Drei-Sterne- und 18% Ein-Stern-Unterkünfte. Deutlich unterrepräsentiert waren Hotels mit vier (11%) beziehungsweise fünf Sternen (2%). Von den insgesamt 693.252 angebotenen Betten befanden sich 21% auf Kreta und 20% auf den übrigen Inseln.
    Die umsatzstärksten Hotelunternehmen in Griechenland im Jahr 2006 (Beträge in Mio. Euro, Veränderung in %)

    Hotelgesellschaft Umsatz 2006 Veränderung 2006/05
    Caravel S.A. 41,0 11,2
    Ionian Hotel Enterprises S.A. 40,8 13,5
    Hotels Louis S.A. 39,5 11,4
    Hellenic Touristic S.A. 37,7 4,9
    Helios S.A. 37,4 15,5
    Lampsa S.A. Grande Betagne 34,6 11,7
    Esperia S.A. 30,9 9,0
    Athinaion S.A. 30,6 5,2
    Aldemar Group S.A. 30,6 12,1
    T.E.A.B. S.A. 29,7 3,1

    Quelle: Marktforschungsgesellschaft Hellastat S.A.
    Eine Übersicht über Branchenmessen liefert die griechische Fremdenverkehrszentrale EOT. Die wichtigsten Veranstaltungen sind weiterhin Philoxenia (Tourismusmesse) und Hotelia (Hotelausstattung), die von Helexpo in Thessaloniki angeboten werden. Die beiden Ausstellungen sind unter einem Dach untergebracht und finden nächstes Mal vom 1. bis 4. November 2008 statt. Informationen darüber sind unter 1 erhältlich.

  • Ausser Haus Markt – Zahl des Monats Januar 2008: €11,72

    Im europäischen Vergleich liegen die Deutschen bei den Ausgaben für Restaurantbesuche im Mittelfeld. Mit einem Durchschnittsbon von €11,72 je Restaurantbesuch liegt Deutschland fast 40 Prozent unter dem Durchschnittsbon in Frankreich (€18,54) oder rund 20 Prozent unter dem in Spanien (€15,00). Dagegen wird in Schweden (€10,60) oder gar in Ungarn (€4,91) und Polen (€2,40) weniger je Restaurantbesuch ausgegeben.

    Quelle: 1

  • Folgen des Rauchverbotes: Der Umsatz ist verdunstet

    Gelesen in FAZ, 04. Januar 2007
    Heidrun Frank graut vor der kommenden Woche. Dann muss die Wirtin der Kneipe „Hoppla“ ihre Steuererklärung machen und wird die gefühlten 30 Prozent Umsatzschwund der vergangenen Monate schwarz auf weiß vor Augen geführt bekommen. „Ich werde umfallen“, ist sich die resolute Kneipenwirtin sicher und fordert ihren Barmann auf, dem Besuch zu berichten, was er in den vergangenen vier Stunden eingenommen hat. Sechs Euro sind es. Das sei keine Ausnahme, versichert Frank. Es habe im Dezember auch schon Abende gegeben, an denen sie nur vier Euro Umsatz in der Kasse hatte.
    Das „Hoppla“ ist eine typische Einraumkneipe, wie es sie überall in Deutschland und besonders häufig in einem Ausgehviertel wie Frankfurt-Alt-Sachsenhausen gibt. Das Publikum besteht aus Stammgästen, getrunken wird vor allem Bier vom Fass, im Hintergrund dudelt Schlagermusik, und gegenüber der Bar blinken ein paar Spielautomaten. Zumindest war es bis zum 1. Oktober vergangenen Jahres so. Doch seit sich – dank des Rauchverbots – der Zigarettenqualm aus den Kneipen verflüchtigt hat, haben es auch die Gäste getan.
    „Das Gesetz vernichtet unsere Existenz“
    Die Lokale, die nur aus einem Schankraum bestehen und keine Möglichkeit haben, besondere Raucherzonen auszuweisen, sind besonders stark vom Gästeschwund betroffen. Da dort ein generelles Rauchverbot herrscht, weichen die rauchenden Gäste auf Kneipen aus, wo sie sich auch weiterhin die Zigarette zum Feierabendbier genehmigen können. Und der Raucher, der seinem Stammlokal die Treue hält, trinkt weniger, weil er zum Rauchen nicht in die Kälte, sondern lieber wieder nach Hause geht. Gegen die Verlockungen des Nikotins kommen auch die Gummibärchen nicht an, die Frank ihren Gästen neuerdings auf den Tresen stellt, um sie bei der Stange zu halten.
    „Das Gesetz vernichtet unsere Existenz, die Großen freuen sich doch über unsere Kunden“, klagt auch Kneipenwirtin Irene Fiduk, die ihre Umsatzeinbuße mit 40 Prozent beziffert. Ihrem niedersächsischen Kollegen Jens Heinrich, Geschäftsführer der Gaststätte „Mezzo“ in Hannover, geht es nicht anders: „Ab 22 Uhr ist die Hütte leer“, sagt er. Heinrich will sein Lokal nun umbauen, um den Rauchern ein Refugium zu bieten.
    Die protestierenden Besitzer von Einraumkneipen aus Niedersachsen, Baden-Württemberg und Hessen – den Bundesländern, wo das Rauchverbot schon seit mehreren Monaten in Kraft ist – betonen, dass sie den Nichtraucherschutz nicht aushebeln wollen. Sie verlangen jedoch die Freiheit, selbst zu entscheiden, ob sie ihr Lokal als Raucher- oder Nichtrauchergaststätte deklarieren, so wie es in Spanien und Portugal der Fall ist. Wer die Miete bezahle und das unternehmerische Risiko trage, solle auch über Qualm oder Nichtqualm in seiner Kneipe bestimmen dürfen, heißt es immer wieder.
    Vor allem ärgern sich die Wirte der kleinen Eckkneipen über den Wettbewerbsnachteil, dem sie aufgrund ihrer baulichen Voraussetzungen gegenüber der Konkurrenz mit mehr Räumen ausgesetzt sind. Hier setzt auch die Beschwerde des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) an, die der Unternehmerverband beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eingereicht hat. Die Verfassungsbeschwerde bedeute keine Verneinung des Nichtraucherschutzes, sagt Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges. „Die Besitzer der wirtschaftlich stark betroffenen Einraumlokale warten jedoch, dass wir ihnen helfen.“
    Viele Einraumkneipiers wollen die Verfassungsklage nicht abwarten
    Rupert Scholz, ehemaliger Verteidigungsminister und Verfassungsrechtler bei der Kanzlei Gleiss Lutz in Berlin, bereitet die Klage für den Gaststättenverband vor. „Das Gesetz verstößt gegen die Grundrechte der Berufs- und Eigentumsfreiheit“, sagt Scholz. Weil sein Fall typisch sei, ist Uli Neu, Inhaber der Einraumgaststätte Pfauen in Tübingen, als Beschwerdeführer ausgewählt worden: Da 70 Prozent seiner Gäste Raucher sind, hat Neu seit August 30 Prozent weniger Umsatz gemacht. Eine Möglichkeit, umzubauen, habe Neu nicht.
    Eine repräsentative Studie des Marktforschungsinstituts CHD Expert untermauert die wirtschaftlichen Folgen des Rauchverbots für Gaststätten: Seit der Einführung beklagen 43 Prozent der Gastronomen in Niedersachsen und Baden-Württemberg einen Kundenschwund. Nur 6 Prozent der Wirte geben an, dass sie durch den Nichtraucherschutz neue Gäste hinzugewonnen hätten.
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  • Rauchverbot in der Gastronomie: Dehoga reicht Verfassungsbeschwerde ein

    Berlin, 21. Dezember 2007
    Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga Bundesverband) geht gegen das gesetzliche Rauchverbot juristisch vor. „Am Freitag haben wir unsere Verfassungsbeschwerde gegen das Rauchverbot zum Bundesverfassungsgericht nach Karlsruhe auf den Weg geschickt“, sagt Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Dehoga Bundesverbandes, in Berlin.
    „Als Unternehmerverband ist es unsere Aufgabe, die Verfassungsmäßigkeit eines solchen Gesetzes überprüfen zu lassen und für Rechtsklarheit zu sorgen.“ Hartges betont: „Unsere Verfassungsbeschwerde ist kein Nein zum Nichtraucherschutz. Allerdings erwarten insbesondere die Besitzer der wirtschaftlich stark betroffenen Einraumlokale zu Recht, dass wir ihnen helfen.“
    Seit 1. August 2007 ist das Rauchen in Gaststätten in Baden-Württemberg und Niedersachsen nur noch in abgetrennten Räumen erlaubt. Seit 1. Oktober 2007 gilt ein Rauchverbot für die Gastronomie auch in Hessen. Zum 1. Januar 2008 folgen weitere acht Bundesländer. In Sachsen tritt das Rauchverbot am 1. Februar, in Rheinland-Pfalz und im Saarland nach Karneval am 15. Februar in Kraft. Eine Schonfrist für die Wirte gibt es in Nordrhein-Westfalen und Thüringen. In diesen beiden Bundesländern gilt das Rauchverbot erst ab 1. Juli 2008.
    „In den meisten Hotels und vielen Restaurants hat die Umsetzung des Rauchverbotes bisher problemlos funktioniert“, berichtet Hartges. „Im Gegensatz dazu gab und gibt es jedoch erhebliche Probleme in Einraumbetrieben, ob Kneipen oder Bars, in denen oft die Mehrzahl der Stammgäste Raucher sind. Viele dieser Gastronomen sind über diese staatliche Bevormundung verärgert und fürchten um ihre Existenz.“
    Da ein Verband eine Verfassungsbeschwerde nicht von sich auch beim Gericht anhängig machen könne, habe sich der Dehoga nach sorgfältiger Prüfung entschlossen, die Verfassungsbeschwerde eines betroffenen Unternehmers zu unterstützen. „Zusammen mit den renommierten Verfassungsrechtlern Professor Rupert Scholz und Professor Christoph Mönch von der Kanzlei GleissLutz haben wir den Kläger unter vielen betroffenen Wirten ausgewählt und die Klage vorbereitet“, erklärt Hartges.
    Beschwerdeführer ist Uli Neu, Inhaber des Einraum-Betriebes „Pfauen“ in Tübingen. Neu, dessen Stammgäste zu 70 Prozent Raucher sind, hat von August bis November 2007 über 30 Prozent weniger umgesetzt als im Vorjahreszeitraum. Er macht die Verletzung seiner im Grundgesetz geschützten Rechte auf freie Berufsausübung und Eigentumsrecht geltend.

  • Dehoga: Verfassungsklage gegen Rauchverbot noch in 2007

    Berlin, 19. Dezember 2007

    Der Dehoga-Bundesverband will noch in diesem Jahr eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht gegen das Rauchverbot in der Gastronomie auf den Weg bringen. Dies wurde gegenüber der Redaktion von hotelier.com bestätigt. Kern der Klage, an der der renommierte Verfassungsrechtler und frühere Bundesverteidigungsminister Prof. Rupert Scholz (Kanzlei Gleiss Lutz) mitwirkt, ist die Verhältnismäßigkeit. Steht der Schutz der Nichtraucher vor Passivrauchen in der Gastronomie über dem Eingriff in die wirtschaftliche Freiheit der Gastwirte?

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    Nach einer Studie des internationalen Marktforschungsinstitutes CHD Expert haben in Niedersachsen und Baden-Württemberg (hier gilt das Gastro-Rauchverbot seit Anfang August) über 40 Prozent der Gastronomen zum teil erhebliche Einbußen erlitten. Besonders betroffen sind Einraumkneipen, die keinen (zweiten) Raucherraum einrichten können.

    Da ab 2008 nun in acht weiteren Bundesländern das Gastro-Rauchverbot gelten wird, gibt es zahlreiche Überlegungen und Rettungsversuche. So wollen zum Beispiel einige Hamburger Gastronomen ihren Betrieb in private Vereine (für Stammkunden) umwandeln; wer in die Kneipen eintreten möchte, muss also Mitglied werden (!). Ob dies ein Modell für einen Ausweg ist, bleibt fraglich.

    CHD Expert will Ende Februar eine Aktualisierung der Studie über die Folgen des Gastro-Rauchverbotes nachgehen – erst dann lässt sich wohl die Frage beantworten, ob es sich um eine „Umsatzdelle“ oder einen sich festigenden Trend (zum dauerhaften Umsatzverlust) in der Gastronomie handelt.

    Derweil sieht man beim Dehoga-Bundesverband die Entwicklungen in den Bundesländer mit Sorge. Dehoga-Chefin Ingrid Hartges beobachtet die Mitgliederentwicklung beim Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband, der den Gesetzesentwurf zu einem generellen Gastro-Rauchverbot (auch in Bierzelten, ergo auf dem Münchner Oktoberfest) unterstützte; die anhaltenden Proteste der Wirte sprechen für sich.

    Die frühere Regelung mit der Bundesregierung, durch eine Selbstverpflichtung für ausreichend Nichtraucherplätze in der Gastronomie zu sorgen, war von der politischen Seite nach langen Diskussionen aufgekündigt worden und hatte durch eine verwirrende Informationslage über den politischen Willen auf Bundes- und Länderebene für erheblichen Unmut in der Wirtschaft gesorgt. Seitdem herrscht eine Art „Informationskrieg“ mit Studienergebnissen und Analysen, die nicht immer fundiert sind.

  • Acht Länder führen an Neujahr Rauchverbot ein

    Quelle: dpa, 15. Dezember 2007
    Rote Karte für den blauen Dunst: Acht weitere Bundesländer führen zum neuen Jahr ein Rauchverbot in Gaststätten ein. Nach langen Debatten ist der Glimmstängel damit zum Jahresanfang in Lokalen in elf Ländern grundsätzlich tabu.
    Weitere werden im Jahresverlauf folgen, ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa. Bei den neu hinzukommenden Ländern handelt es sich um Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Sachsen-Anhalt und Schleswig- Holstein. Außerdem will Mecklenburg-Vorpommern, das Raucher bereits aus Behörden verbannt hat, nun bei Gaststätten nachziehen.
    In Sachsen soll ein Verbot ab dem 1. Februar, in Rheinland-Pfalz und im Saarland vom 15. Februar an gelten. Auch Nordrhein-Westfalen und Thüringen wollen den Rauch verbannen – ab Juli 2008. Für Behörden in NRW gilt dies schon zum 1. Januar.
    In Niedersachsen und Baden-Württemberg gibt es bereits seit dem 1. August ein Rauchverbot, in Hessen seit dem 1. Oktober. Das schärfste Qualmverbot gilt künftig in Bayern. Dort ist das Rauchen dann auch in Nebenräumen von Gaststätten tabu. Auf dem Oktoberfest darf erstmals in seiner fast 200-jährigen Geschichte nicht geraucht werden. Wer seinem Laster frönen will, kann dies noch in Biergärten und auf Freiflächen bayerischer Wirtshäuser tun.
    Auch geschlossene Gesellschaften dürfen weiter qualmen. Das Saarland erlaubt Rauchen in inhabergeführten Eckkneipen, wenn der Wirt selbst bedient. Wie in Rheinland-Pfalz wurde der Start auf Februar verschoben – auch mit Rücksicht auf Karneval. Die saarländische SPD-Landtagsabgeordnete Petra Scherer sprach von einem “Geschenk an die Narren”.
    In allen Ländern bis auf Bayern ist vorgesehen, dass das Rauchen in einem abgetrennten Raum weiter erlaubt ist. Das darf nur ein Nebenraum sein, heißt es in vielen Gesetzen, doch nicht immer ist dies umfassend definiert. In Sachsen-Anhalt können Gastwirte mit mehreren Räumen ihren Hauptschankraum für Raucher freigeben. In den meisten Ländern ist das Qualmen auch in Diskotheken nicht mehr erlaubt.
    Für Bier-, Wein- und Festzelte gelten oft Ausnahmen vom Rauchverbot, etwa in Baden-Württemberg. In Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Schleswig- Holstein darf in Zelten nur bei befristeten Veranstaltungen geraucht werden. Ein Wirt in Karlsruhe war besonders findig und stellte im Festsaal seines Restaurants einfach ein Bierzelt auf.
    Die Gesetze zum Nichtraucherschutz gelten auch für Landesbehörden, Schulen und Krankenhäuser. In Baden-Württemberg kann die Schulkonferenz in Berufsschulen und Gymnasien entscheiden, ob es Raucherecken geben darf. Bundesweit ist das Rauchen in öffentlichen Verkehrsmitteln, Bundesbehörden und dem Bundestag seit dem 1. September grundsätzlich verboten.
    Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, zeigt sich zufrieden. “Wir werden im nächsten Jahr überall Nichtraucherschutzgesetze haben, die spätestens Mitte des Jahres in Kraft sind”, sagt die SPD-Politikerin. “Das ist ein ganz großer Erfolg.” Bätzing warnt jedoch vor der Gefahr, dass die Ausnahmen zu unterschiedlich sind.
    In Niedersachsen, im Südwesten und in Hessen haben die schweren Zeiten für Raucher bereits begonnen. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) klagt über Umsatzeinbußen besonders bei Kneipen mit einem Raum. Bei jedem vierten Gastronomiebetrieb im “Ländle” und in Niedersachsen seien die Gästezahlen seit Einführung des Rauchverbots um mehr als zehn Prozent eingebrochen, ergab eine Studie des Instituts CHD Expert/Marktplatz Hotel.
    Mit einer “Volksinitiative” will der niedersächsische Hotel- und Gaststättenverband Ausnahmen für kleine Kneipen erreichen. Bätzing sieht dagegen in Niedersachsen sogar teilweise Umsatzzuwächse. Der Dehoga plant, einen Wirt bei einer Verfassungsklage zu unterstützen. “Wir arbeiten mit Hochdruck daran”, sagt Dehoga-Sprecherin Stefanie Heckel.
    Wer verbotenerweise raucht, muss künftig mit unterschiedlich hohen Bußgeldern rechnen. Allerdings gilt meist eine Übergangsfrist. In Mecklenburg-Vorpommern droht Rauchern eine Geldstrafe bis zu 500 Euro, Gastwirten bis zu 10 000 Euro. Schließlich raucht im Nordosten jeder Dritte – das ist bundesweit Spitze.